Auswärtshürde Oldenburg - Großmann wieder im Kader

28.12.2016

Es gibt sie noch, die weißen Flecke auf der Landkarte der Frauenhandball-Bundesliga. Städte, in denen, die TuS Metzingen seit dem Aufstieg vor vier Jahren noch nie gepunktet hat. Bad Langensalza, wo der Serien-Meister Thüringer HC seine Heimspiele austrägt, ist einer davon, Oldenburg der andere. Die schwarze Serie beim Club im hohen Norden soll nun an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) enden, wenn die TuS beim Tabellensiebten VfL Oldenburg nach fünfeinhalbwöchiger Spielpause in den Punktspielbetrieb zurückkehrt.

Es wird gleich eine Rückkehr mit Doppelpack. Denn bereits am Freitag (20 Uhr) steigt in der Stuttgarter Porsche-Arena das schwäbische Derby gegen den TV Nellingen, bei dem die Metzingerinnen auf Rekordjagd gehen. Die bisherige Zuschauer-Bestmarke der Frauen-Bundesliga liegt bei 5 875 Besuchern, die vor sechs Jahren in Leipzig aufgestellt wurde.

»Wir dürfen nicht solche Fehler machen wie damals gegen Dortmund«

»Es wäre sensationell, wenn wir diesen Rekord für uns verbuchen könnten«, sagt Geschäftsführer Ferenc Rott. Das Interesse der Fans ist riesig. Zu Wochenbeginn waren bereits 5 100 Karten für das Derby verkauft, eine neue Bestmarke liegt in Reichweite. Auch das sportliche Ziel ergibt sich von selbst: »Es müssen zwei Siege her«, sagt Trainer Csaba Konkoly, der mit seinem Team in der Vorbereitung unter anderem eine Video-Aufnahme der Partie Nellingen – Oldenburg (25:30) studiert hat.

Es gilt, einen Fehlstart wie vor einem Jahr zu vermeiden, als man nach der damaligen WM-Pause zuhause gegen Dortmund auf die Nase fiel. »Wir dürfen nicht solche Fehler machen wie damals«, unterstreicht Konkoly.

Die Niederländerin Jasmina Jankovic, die mit dem Rückenwind des EM-Silbermedaillengewinns ins Metzinger Tor zurückkehrt, sagt unmissverständlich: »Wir dürfen das nicht verschlafen, müssen aufpassen und konzentriert sein. Jetzt geht's los.« Ein doppelter Punktverlust könnte die Titel-Chancen bereits auf ein Minimum reduzieren, weil die TuS als Tabellendritter bereits zwei Punkte hinter Spitzenreiter Bietigheim zurückliegt, der bislang noch keinen einzigen Zähler abgegeben hat. Da es ein Schlüsselspiel ist, reist das Team aus dem Ermstal erstmals nach Oldenburg mit dem Flugzeug an. Auch die Rückreise am Tag nach der Partie wird per Jet zurückgelegt.

Alle Spielerinnen sind fit, Ina Großmann kehrt nach fünfmonatiger Verletzungspause wieder in den Kader zurück. Die Linksaußen, deren Ermüdungsbruch am Schienbein operiert werden musste, hat zuletzt wieder alle Belastungen des Trainings mitgemacht. Konkoly: »Sie kann spielen, aber für die Startformation ist es zu früh.«

Neben Jankovic waren auch Spielmacherin Anna Loerper, Kreisläuferin Julia Behnke und Rückraumspielerin Marija Obradovic im EM-Einsatz. Während Loerper und Behnke mit dem deutschen Team als Sechste Selbstvertrauen tanken konnten, hatte die Serbin Obradovic bei ihrer Nationalmannschaft, die Neunte wurde, nicht so viele Spielanteile. Im Duell gegen Deutschland blieb sie ohne Einsatzzeit. Konkoy: »Es ist schade, dass sie in Schweden wenig gespielt hat.«

Zumal die linke Metzinger Seite, auf der Obradovic in der Regel die Alternative zu Stammspielerin Tonje Löseth ist, im bisherigen Saisonverlauf nicht in gleichem Maße wie die rechte Seite Angriffsdruck entwickeln konnte. Konkoly hofft, dass sich »das angleichen wird«.

Die Vorbereitung war so akribisch, wie es der durch die EM ausgedünnte Kader zuließ. Man habe sich einen Monat auf diesen Spiele-Doppelpack konzentriert vorbereitet, blickt Konkoly zurück. Insofern war die Teilnahme in St. Gallen nicht nur wegen des Turniersiegs ein Erfolg. Es sei gut gewesen, dass man sich mit verschiedenen Gegnern und Spiel-Stilen auseinandersetzen musste, urteilt der Coach über diese Veranstaltung.

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger - Frank Pleyer

 

 

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