Nächstes Derby gegen Nellingen

28.04.2017

Csaba Konkoly ist nicht mehr Trainer der TuS Metzingen, Co-Trainerin Edina Rott übernimmt bis Saisonende. Das ist, ganz kurz zusammengefasst, der Stand der Dinge vor dem Derby beim TV Nellingen. Freilich kommt man nicht umhin, im Vorfeld der Partie noch einmal nachzuhaken. „Vom Offensivspektakel der vergangenen Saison ist derzeit wenig zu sehen, obwohl wir sicher nicht schlechter besetzt sind“, sagt TuS-Manager Ferenc Rott, dem die Art und Weise wie sein Team zum Beispiel gegen Oldenburg spielte, mindestens genauso weh getan hat wie der Schritt, Trainer Csaba Konkoly des Amtes zu entheben. „In der Verfassung hätten wir nicht zum Final Four fahren müssen“, so Rott schonungslos. Die Trennung von Csaba Konkoly sei alternativlos gewesen. „Wenn ich es so lasse, bin ich nicht mehr ich selber“, macht der Manager klar.

Der Trainer ist weg, die atmosphärischen Störungen, die zwischen ihm und dem Team ein ungutes Spannungsfeld erzeugten, müssten es auch sein, die Mannschaft ist geblieben. Und die muss jetzt liefern. „Mit Euphorie und Gelassenheit können wir einiges bewegen“, sagt Rott. Dass nun die Spielerinnen in die Verantwortung müssen, sagt er auch.

Edina Rott übernimmt also. Eine logische Nachfolge, schließlich war sie als Co-Trainerin in die Arbeit eingebunden. Aufgabe Nummer eins wartet in Nellingen. Die übergangsmäßige Chefin bringt die Konstellation auf den Punkt: „Die haben einen Lauf, wir nicht so.“ Aus den vergangenen sechs Partien hat der TV Nellingen, den nach der Vorrunde schon viele als Absteiger gehandelt haben, sieben Punkte geholt. Nur vier waren es bei der TuS Metzingen, deren Ausgangslage für den Rest der Saison trotzdem um ein Vielfaches komfortabler ist. Die TusSies müssen ihren dritten Platz, und die damit verbundene Teilnahme am EHF-Cup in der nächsten Saison, noch unterfüttern, Nellingen hat die unmittelbaren Abstiegsplätze verlassen, ist aber noch keineswegs gesichert. Punktemäßig sieht es wie folgt aus: 10:34 treffen auf 32:12.

Basierend auf diesem Zahlenwerk macht Edina Rott eine unmissverständliche Ansage. „Wir müssen gewinnen, wir wollen gewinnen und wir werden alles dafür tun.“ Anna Loerper und Julia Behnke werden aber höchstens von Außen unterstützend eingreifen können. Beide Leistungsträgerinnen fallen weiter aus. „Mit Nellingen ist nicht zu spaßen, da müssen wir uns mächtig steigern“, hat Maren Weigel nach der Niederlage gegen Oldenburg klar gemacht. Auch dem Rest des Teams, das am vergangenen Samstag komplett neben sich stand, sollte dieser Sachverhalt bekannt sein. Es wird keine andere Mannschaft auflaufen, sie muss aber bedeutend besser spielen als zuletzt.Das Können ist zweifellos vorhanden, das haben diverse Auftritte in dieser Saison gezeigt. „Wir müssen daran glauben, dass wir es abrufen können“, hofft Edina Rott, dass die allgemeine Verunsicherung sich gelegt hat, „meine Aufgabe ist es, das Potenzial aus dem Team herauszuholen.“ Die Marschroute der Trainerin in Kurzfassung: 60 Minuten volle Konzentration mit kompromissloser Abwehr und viel Tempo, aus dem leichte und einfache Tore resultieren sollen.

Trainiert wurde unter der Woche unter anderem in zwei Einheiten zusammen mit der Nationalmannschaft, beziehungsweise jenem Teil, der sich in Metzingen zu einem Regionallehrgang getroffen hat. Katharina Beddies, Julia Behnke, Annika Ingenpaß, Anna Loerper und Marlene Zapf waren seitens der TusSies nominiert. Sie waren voll bei der Sache, weil unter den Augen von Bundestrainer Michael Biegler keine schlecht aussehen wollte. „Nach jeweils fünf Angriffen gab es eine Unterbrechung, wo man sofort allesanalysieren konnte. Das hat sehr viel gebracht, außerdem ist es immer gut, wenn man sich mit den besten Spielerinnen messen kann“, war Edina Rott sehr zufrieden. Das will sie auch am Samstag nach dem Spiel in Nellingen von sich behaupten können.

Quelle: Südwestpresse - Wolfgang Seitz

 

 

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