TusSies reisen zum letzten Saisonspiel nach Neckarsulm

19.05.2017

In Neckarsulm hatte man ganz andere Ziele. Das vermutet nicht nur Metzingens Interimstrainerin Edina Rott. Sicher waren die Erwartungen rund ums Team von Trainer Emir Hadzimuhamedovic nicht überzogen, ein Mittelfeldplatz hätte es aber schon sein dürfen – und jetzt steckt man vor dem letzten Spieltag noch mittendrin im Kampf gegen den Abstieg. Durch den hauchdünnen 21:20-Sieg vergangene Woche in Nellingen konnte man erst den Fahrstuhl nach unten verlassen und Nellingen genau dorthin befördern. Der Abstand von einem Punkt ist nicht dazu angetan, einen Haken unter die Saison zu setzen. Ein Spieltag steht noch aus. Nellingen gastiert bei der HSG Blomberg-Lippe, Neckarsulm empfängt mit der TuS Metzingen den Tabellendritten.

Die TusSies haben über das Saisonende hinaus noch etwas zu tun. Am 27./28. Mai steht in Bietigheim das Final Four-Turnier um den DHB-Pokal an. Neben dem Veranstalter, dem Thüringer HC und dem Buxtehuder SV, sind auch die Metzingerinnen dort am Start, greifen nach dem ersten nationalen Titel in der Vereinsgeschichte. Und für dieses Unterfangen gilt es sich nun bestens zu präparieren. Wie formulierte es Ina Großmann nach der Partie gegen den HC Leipzig unmissverständlich: „Wir wollen nicht mit einer Niederlage im Gepäck zum Final Four fahren, sondern den Trend mitnehmen und in Neckarsulm punkten.“ Der Trend besagt, dass es für die TusSies nach dem Wechsel auf dem Trainerstuhl, von Csaba Konkoly zu Edina Rott, drei Siege in drei Spielen gab und damit einhergehend eine lineare Steigerung.

Die kann auch Edina Rott bestätigen. „Die technischen Fehler konnten wir reduzieren, die Fehlwürfe auch. Die Chancenverwertung wurde von Spiel zu Spiel besser, ist aber noch nicht gut genug“, sagt die vorübergehende Cheftrainerin, die an anderen Stellschrauben nachjustieren will. Die Abwehr hätte sie gerne kompakter und in Sachen Gegenstoß sei noch Potenzial vorhanden. Das Positionsspiel ist indes ganz in Ordnung, wichtig ist zudem die Erkenntnis, dass es bei Einwechslungen keinen Bruch im Spiel gibt.

Und all das gilt es nun in Neckarsulm zu bestätigen, beziehungsweise zu optimieren. Ganz wichtig ist, dass seit vergangener Woche wieder Anna Loerper und Julia Behnke mit an Bord sind. Die beiden Nationalspielerinnen sind nach ihren Verletzungen vollkommen in den Trainingsbetrieb integriert, waren beschwerdefrei unterwegs und konnten bereits gegen Leipzig der Abwehr Stabilität verleihen. Dass sie auch in der Vorwärtsbewegung eine Bereicherung darstellen, muss nicht extra erwähnt werden.

Jetzt holt man sich also in Neckarsulm den Feinschliff fürs Final Four. Edina Rott ist scharf auf die beiden Punkte, sieht Neckarsulm als guten Sparringspartner. „Wir wollen gut arbeiten und uns wieder belohnen. Es gilt, mit einem guten Gefühl nach Bietigheim zu fahren. Man darf aber nicht vergessen, dass die Mannschaft von Emir keine schlechte ist, sehr erfahrene Spielerinnen in ihren Reihen hat.“ Alina Vojtiskova ist die herausragende Akteurin. Sie hat sich im Hinspiel beim 37:30-Sieg der TusSies mit zwölf Treffern bemerkbar gemacht. Maike Daniels kann auf der Mitte einiges bewirken, Lena Hoffmann und Isabel Tissecker im Rückraum, Kathrin Fischer ist eine begabte Kreisläuferin. Favorit ist aber die TuS – ohne Wenn und Aber.

Quelle: Südwestpresse - Wolfgang Seitz

 

 

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